Ligue 1

Willkommen in Frankreich! Auf knapp 674.843 kmÂČ tummeln sich knapp 2,2 Mio. aktive Fußballer - damit zĂ€hlt Frankreich zu den vier großen Fußballnationen in Europa aber das nicht nur wegen ihrer Mitgliederzahl! Also auf in die Anmeldung und schauen, ob in Frankreich noch ein Verein auf seinen Trainer wartet!

Und sonst so bei Torrausch.net…

NatĂŒrlich gibt es nicht nur Torrausch.net Frankreich, sondern noch weitere 22 Ligen und einige weitere Veranstaltungen:

Ligue 1 – Saison 2026-1: Der erste Atemzug

SamiNo fĂŒr Frankreich am 26.01.2026, 20:20

Es gibt diese Wochenenden, an denen Frankreich sich anfĂŒhlt wie eine frisch gespannte Saite: alles ist da, alles ist bereit und niemand weiß, welcher Ton gleich kommt. Saison 2026-1 hat begonnen, und nach nur vier Spielen pro Team steht schon wieder diese typisch französische Wahrheit im Raum: Hier gewinnt niemand lange Ruhe, nicht mal die TabellenfĂŒhrung. Die Ligue 1 wirkt wie ein Bistro kurz nach der Öffnung... die StĂŒhle stehen ordentlich, aber der erste Gast verschĂŒttet trotzdem den Rotwein.
Parallel dazu knistert auch der Coupe de France bereits in der Qualifikation, wo man schon am ersten ZAT merkt: Manche Teams nehmen den Pokal wie ein Familienfest, andere wie eine SteuerprĂŒfung und ein, zwei benehmen sich wie beides gleichzeitig.

Saint-Etienne: Drei Siege, ein Ausrutscher und trotzdem Platz eins. Das ist die Art von TabellenfĂŒhrung, die nicht nach Dominanz aussieht, sondern nach einer gut gefĂŒhrten Unruhe. Erst ein 3:2 in Nantes, dann dieses laute Statement: 3:0 gegen den Meister OSC Lille. Wer Lille so schlĂ€gt, schlĂ€gt nicht irgendeinen Gegner. Und dann wird es wieder typisch: 3:0 gegen Valenciennesaber in Guingamp gab’s das kleine Stolpern, das in Frankreich fast schon zur Tradition gehört: 0:1, und plötzlich wirkt die perfekte Linie wie Kreide im Regen.
Lille startet wie ein Titelverteidiger, der gelernt hat, dass Titel nicht verteidigt werden, sondern neu verdient.
3:0 gegen Valenciennes, 4:3 bei PSG. Da ist alles drin, was ein Meister braucht: Wucht, Pragmatismus und dieses „wir gewinnen auch, wenn wir nicht glĂ€nzen“-Gesicht. Nur dieses 0:3 in Saint-Etienne bleibt wie ein Kratzer im Lack: nicht dramatisch, aber sichtbar. Terrormopp hat es vorher schon angekĂŒndigt – die Gegner sind „angestachelt“. Nun, Saint-Etienne hat den Stachel nicht nur gefunden, sondern ihn einmal quer durchs Stadion getragen.
Rennes, Strasbourg, Lens, die neue Mitte fĂŒhlt sich an wie ein enger Flur.
Rennes startet solide und irgendwie
 unspektakulĂ€r erfolgreich. 3:0 gegen Bastia, 3:0 gegen das trainerlose Kaysersberg. Das klingt nach Kontrolle. Dann aber das 0:2 in Strasbourg: pesche ist zurĂŒck und hat direkt gezeigt, dass „Klassenerhalt“ manchmal nur ein höfliches Wort fĂŒr „macht euch bereit“ ist. Strasbourg steht mit 6 Punkten da, als wĂ€re es nie weg gewesen. Kein Feuerwerk, eher eine sehr saubere RĂŒckkehr.
Und Lens? 2 Siege, 2 Niederlagen, null TorverhĂ€ltnis. Lens ist wieder Lens: ein Club, der dir ins Gesicht schaut und sagt: „Ich weiß auch nicht genau, was ich heute bin.“
Valenciennes startet mit großen Zahlen, aber ohne großes GefĂŒhl.
8 Tore, 6 Gegentore, Platz vier. Zwischen 0:3 in Lille, 0:3 in Saint-Etienne und 4:0 gegen Strasbourg sowie 4:0 gegen Bastia liegt schon die gesamte Saisonpsychologie: Valenciennes ist entweder Sturm oder Stillstand. Und beides kann Meister werden... je nachdem, wie oft man es wechselt.
Und dann PSG und Nantes, die AbsteigerplĂ€tze wie Winterjacken tragen: zu frĂŒh, aber irgendwie passend.
PSG gewinnt auswÀrts in Lyon nicht, sie verlieren 0:1. Dann dieser 3:0-Sieg gegen Kaysersberg, der kurz Hoffnung macht. Und danach: 0:2 in Bastia, 3:4 gegen Lille. Das ist ein Start voller Fragezeichen. Nantes wirkt als BOT-Team wie ein Club mit Dauerregen: Es passiert schon was, aber niemand kann sagen, ob es Wetter oder Schicksal ist.

Coupe de France – Quali-ZAT 1: Bretonisches Theater und elsĂ€ssische Kanten
Im Pokal hat Frankreich sofort wieder seine Nebenhandlungen eröffnet.
Gruppe 1 ist praktisch die „bretonische Meisterschaft mit Lyon als Gastdozent“. Alec Guiness hat es in seinem Text schon zu einem Dorffest erklĂ€rt. Cidre, Asterix, Emotion. Sportlich gab es direkt die RealitĂ€t dazu: Guingamp verliert 1:3 gegen Lyon, schlĂ€gt aber Nantes 4:2. Rennes gewinnt 3:2 gegen Nantes, kassiert dann eine 1:6-Packung in Lyon. Das ist brutal und gleichzeitig typisch Pokal: Man kann weiterkommen und trotzdem einmal komplett zerlegt werden.
Gruppe 2 ist ernster, kantiger. Saint-Etienne schlĂ€gt Lens 3:0, Strasbourg holt gegen PSG ein 0:0 und spielt 3:3 gegen die ASSE. PSG verliert 0:3 in Lens. Und plötzlich sieht man: Der Pokal ist nicht nur „noch ein Wettbewerb“, sondern ein Spiegel... manchmal etwas verzerrt, aber nie zufĂ€llig.

Stefan Raab hat es in Rennes wie immer in dieser besonderen Mischung aus stoischer Vernunft und kosmischem Optimismus formuliert: Saison ist jung, Fortuna/Jupiter soll liefern und am Ende wird „jeder schlauer sein“. Nach ZAT 1 ist Rennes nicht schlauer, aber bestĂ€tigt: stark zuhause, verwundbar auswĂ€rts.
Terrormopp schrieb vorher von der „schwierigsten Saison nach einer Meisterschaft“. Man spĂŒrt es sofort: Lille ist oben dabei, aber nicht unangreifbar. Und das ist vielleicht die beste Nachricht: Die Liga hat keine Angst vor dem Titelverteidiger.
Und pesche? Er hat Strasbourg wieder einen Ton gegeben. Nicht laut, nicht hektisch, eher wie ein Dirigent, der keine großen Gesten braucht, weil er weiß, wann die Geige einsetzen muss. Zwei Siege, zwei Niederlagen in der Liga, ein 0:0 gegen PSG im Pokal. Das ist kein MĂ€rchenstart, aber ein ernsthafter.

Nach ZAT 1 kann man noch keine Meisterschaft gewinnen, aber man kann sie schon verlieren, wenn man nicht aufpasst. Saint-Etienne steht oben, Lille lauert als Meister mit frischem Hunger, und Rennes/Valenciennes/Lens/Strasbourg bilden diese dichte Zone, in der ein Wochenende alles kippen kann.
Der Pokal hat parallel schon gezeigt, wie Frankreich funktioniert: Ein bisschen Fest, ein bisschen Drama, ein bisschen „warum passiert das jetzt schon?“. Und genau deshalb schaut man hin.
NĂ€chste Woche wartet ZAT 2 – und der ist immer gefĂ€hrlicher als der erste. Weil dann niemand mehr sagen kann: „Ach, das war nur der Start.“